Wie lange reichen Erdöl und Erdgas?
Erdöl und Erdgas gehören weiterhin zu den weltweit bedeutenden Energierohstoffen. Die Frage, wie lange diese fossilen Energieträger noch verfügbar sind, lässt sich allerdings nicht mit einer einfachen Jahreszahl beantworten.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Reserven und Ressourcen.
Reserven sind nachgewiesene Vorkommen, die mit heutiger Technik unter gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen gewonnen werden können.
Als Ressourcen werden darüber hinaus bekannte oder erwartete Vorkommen bezeichnet, die derzeit noch nicht wirtschaftlich förderbar oder geologisch noch nicht ausreichend nachgewiesen sind.
- Wie lange reicht Erdöl?
Häufig wird für Erdöl eine „Reichweite“ von ungefähr 50 Jahren genannt. Dabei handelt es sich um eine statische Berechnung, bei der die bekannten Reserven durch die gegenwärtige jährliche Förderung beziehungsweise den Verbrauch geteilt werden.
Diese Zahl bedeutet jedoch nicht, dass in etwa 50 Jahren kein Erdöl mehr vorhanden sein wird.
Reserven verändern sich ständig. Neue Lagerstätten werden entdeckt, bereits bekannte Vorkommen neu bewertet und technische Entwicklungen können bislang nicht wirtschaftlich förderbare Ressourcen in Reserven verwandeln. Gleichzeitig verändert sich der weltweite Verbrauch.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) beträgt das noch vorhandene Gesamtpotenzial aus Erdölreserven und -ressourcen weltweit mehrere hundert Milliarden Tonnen.
- Große Erdgasvorkommen vorhanden
Auch Erdgas ist ein fossiler Energieträger. Die weltweit vorhandenen geologischen Vorkommen sind jedoch erheblich größer als die heute als Reserven ausgewiesenen Mengen.
Nach der BGR-Energiestudie betrugen die weltweiten Erdgasreserven Ende 2022 rund 211 Billionen Kubikmeter.
Hinzu kamen geschätzte 658 Billionen Kubikmeter Erdgasressourcen. Dazu zählen sowohl konventionelle Erdgasvorkommen als auch nicht-konventionelle Vorkommen wie Schiefergas, Tight Gas und Kohleflözgas.
Damit ergibt sich ein geologisches Gesamtpotenzial von rund 869 Billionen Kubikmetern Erdgas.
Bei einer weltweiten Jahresförderung von gut 4 Billionen Kubikmetern würden allein die heute ausgewiesenen Reserven rechnerisch ungefähr 50 Jahre reichen.
Bezieht man zusätzlich die wesentlich größeren Erdgasressourcen ein, entspricht das Gesamtpotenzial rechnerisch einer Größenordnung von mehr als 200 Jahren heutiger Förderung.
- Warum diese Zahlen keine Verbrauchsprognose sind
Diese sogenannten statischen Reichweiten dürfen nicht als Vorhersage verstanden werden.
Wie viel Erdgas zukünftig tatsächlich gefördert und verbraucht wird, hängt unter anderem von Energiepreisen, technischer Entwicklung, Klimapolitik, dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Wirtschaftlichkeit einzelner Lagerstätten ab.
Auch die Einordnung eines Vorkommens als Reserve oder Ressource kann sich im Laufe der Zeit verändern.
Die Internationale Energieagentur (IEA) geht weiterhin von einer bedeutenden Rolle von Erdgas im weltweiten Energiesystem aus. Während der Erdgasverbrauch insbesondere in Teilen Asiens und des Nahen Ostens längerfristig wachsen kann, ist in Europa ein rückläufiger Verbrauch zu beobachten beziehungsweise zu erwarten.
- Erdgas ist nicht nur fossiles Erdgas

Für die Nutzung als Kraftstoff ist außerdem von Bedeutung, dass CNG-Fahrzeuge nicht ausschließlich auf fossiles Erdgas angewiesen sind.
Biomethan besitzt nach entsprechender Aufbereitung weitgehend die gleichen Eigenschaften wie fossiles Erdgas und kann als Bio-CNG in dafür geeigneten Fahrzeugen eingesetzt werden.
Perspektivisch können außerdem erneuerbar erzeugte gasförmige Energieträger wie Biomethan und synthetisches Methan das fossile Erdgas zumindest teilweise ersetzen.
Die langfristige Nutzbarkeit der CNG-Technik hängt deshalb nicht allein von der geologischen Verfügbarkeit fossiler Erdgasvorkommen ab.
| Feedback: War diese Seite nützlich für Sie? |