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Erdgas (CNG)

CNG steht für „Compressed Natural Gas“ und bezeichnet komprimiertes, methanreiches Gas, das als Kraftstoff für Fahrzeuge eingesetzt wird.

Erdgas besteht überwiegend aus Methan (CH4). Seine genaue Zusammensetzung und damit auch sein Energiegehalt können je nach Herkunft variieren.

Im deutschen Gasnetz wird traditionell zwischen H-Gas (High Calorific Gas) und L-Gas (Low Calorific Gas) unterschieden:

  • H-Gas besitzt einen höheren Brennwert beziehungsweise Energiegehalt.
  • L-Gas besitzt einen niedrigeren Brennwert beziehungsweise Energiegehalt.

    Die frühere Unterscheidung zwischen H- und L-Gas verliert zunehmend an Bedeutung. Deutschland stellt die noch vorhandenen L-Gas-Versorgungsgebiete schrittweise auf H-Gas um. Die Marktraumumstellung soll bis 2030 abgeschlossen werden.


hgas_lgas

An der Tankstelle wird die Gas-Sorte in der Regel mit den aufgeführten Symbolen gekennzeichnet:




CNG als Fahrzeugkraftstoff

CNG wird gasförmig unter hohem Druck getankt und in speziell dafür ausgelegten Druckbehältern im Fahrzeug gespeichert.

Bei serienmäßigen CNG-Fahrzeugen wurden die Gastanks in der Regel platzsparend in den Fahrzeugboden beziehungsweise Unterboden integriert. Dadurch konnte der für die Fahrzeuginsassen und das Gepäck verfügbare Raum weitgehend erhalten bleiben.

Methanreiches Erdgas ist leichter als Luft. Bei einer Freisetzung steigt es daher grundsätzlich nach oben und vermischt sich mit der Umgebungsluft. Wie bei allen brennbaren Gasen müssen dennoch die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen und technischen Anforderungen eingehalten werden.

CNG besitzt eine hohe Klopffestigkeit und eignet sich deshalb sehr gut für Ottomotoren. Für gasförmige Kraftstoffe wird die Klopffestigkeit üblicherweise durch die Methanzahl beschrieben.

Moderne serienmäßige CNG-Fahrzeuge sind auf den Betrieb mit den zulässigen Gasqualitäten abgestimmt. Auch die Umstellung eines Versorgungsgebietes von L- auf H-Gas erfordert deshalb grundsätzlich keine Anpassung des Fahrzeugs.

Bei nachträglich auf CNG umgerüsteten Fahrzeugen hängen Leistung, Verbrauch und Fahrverhalten wesentlich von Motor, Gasanlage und deren Abstimmung ab. Ein möglicher Leistungsverlust ist daher nicht grundsätzlich dem Kraftstoff CNG zuzuschreiben.
Erdgas wird gasförmig getankt und in speziellen Fahrzeugtanks gespeichert. Daher wird mehr Platz zur Speicherung des Erdgases benötigt. Bei einer Neuanschaffung eines bivalenten oder monovalenten Serienfahrzeuges sind die Gastanks meist “unterflur” montiert. Einschränkungen im Bezug auf die Geräumigkeit im Fahrzeug sind Vergangenheit.

Erdgas ist im Gegensatz zum Flüssiggas leichter als Luft. Es strömt somit bei einem Störfall kontrolliert aus und wird mit Luft übersättigt. Obwohl das Erdgas in die Kategorien H- und L-Gas eingeteilt wird, ergibt sich dennoch bei beiden Gas-Arten eine hohe Klopffestigkeit und eine saubere Verbrennung.

Gerade bei nachgerüsteten Fahrzeugen wird häufig ein Leistungsverlust im Erdgasbetrieb beklagt. Der Grund liegt auf der Hand: Der nachgerüstete Motor ist weiterhin für den Benzinantrieb optimiert. Erdgas kann vom Motor nicht ideal “verwertet” werden.



L-Gas und H-Gas

H-Gas besitzt einen höheren Energiegehalt als L-Gas. Ein Kilogramm H-Gas ermöglicht deshalb bei vergleichbaren Bedingungen eine größere Fahrstrecke als ein Kilogramm L-Gas.

Für den Autofahrer bedeutet dies jedoch keinen grundsätzlichen Unterschied bei der Nutzbarkeit: Serienmäßige CNG-Fahrzeuge sind für die zulässigen Gasbeschaffenheiten ausgelegt.

Für Erd- und Biomethan als Fahrzeugkraftstoff gilt heute die europäische Kraftstoffnorm DIN EN 16723-2. Sie legt die Anforderungen an die Gasbeschaffenheit für die Verwendung in Kraftfahrzeugen fest.

Die an einer Tankstelle abgegebene Gasqualität kann vom verwendeten Gasnetz beziehungsweise von der Herkunft des eingesetzten CNG oder Biomethans abhängen.


Umstellung von L-Gas auf H-Gas

Deutschland befindet sich seit mehreren Jahren in der sogenannten Marktraumumstellung. Dabei werden die noch bestehenden L-Gas-Versorgungsgebiete schrittweise auf H-Gas umgestellt.

Hintergrund ist insbesondere der Rückgang der L-Gas-Förderung in Deutschland und den Niederlanden. Nach Angaben der Bundesnetzagentur soll die Umstellung bis 2030 abgeschlossen sein.

Für Fahrer eines CNG-Fahrzeugs hat die Umstellung grundsätzlich keine technischen Auswirkungen. Bezieht eine CNG-Tankstelle ihr Gas aus dem örtlichen Gasnetz, wird auch die Tankstellenanlage entsprechend auf H-Gas umgestellt.

Da H-Gas einen höheren Energiegehalt besitzt, kann sich mit einem Kilogramm H-Gas gegenüber einem Kilogramm L-Gas eine größere Reichweite ergeben.


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