Für 5 Cent 100 km weit fahren
Inzwischen liegen mehr als 15.000 Kilometer hinter Rainer Zietlow und seinem erdgasbetriebenen VW Caddy EcoFuel. Nur knapp 833 Euro hat der Abenteurer Rainer Zietlow auf der bisherigen Strecke für Kraftstoff ausgegeben und somit über 1.020 Euro eingespart. Aber es geht noch billiger:
Die Strecke von Teheran bis Abu Dhabi wird gerade einmal einen halben Cent für den Kraftstoff Erdgas kosten. Sprich er fährt die 1.300 Kilometer fast für umsonst.
Im Land des siebtgrößten Erdgasproduzenten der Welt kostet ein Kilogramm des Treibstoffs knapp 0,006 Cent. Auf 100 Kilometern Strecke verbraucht der VW Caddy gerade einmal sieben bis acht Kilogramm.
Die Geschichte von Erdgas als Kraftstoff (CNG, Compressed Natural Gas) für Automobile reicht in Iran bis 1975 zurück. Damals startete in Shiraz ein Pilotprojekt, bei dem 1.200 Taxis auf den Betrieb mit dem umweltschonenden Brennstoff umgerüstet wurden. Heute gibt es in ganz Iran 146 000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Erdgasmotoren (in Deutschland gibt es knapp 33.000 Erdgas-Pkw). Für die Erdgas-Versorgung stehen 326 Tankstellen in den 57 größten Städten de Landes zur Verfügung, weitere 900 sind für die nächsten Jahre geplant. Die meisten iranischen Erdgasautos sind Nachrüstfahrzeuge. Für den Umbau sorgen 107 Werkstätten im ganzen Land, die unter anderem auf Technik von Gas-Systemanbieter Landi Renzo und Messsystem-Zulieferer Endress+Hauser zurückgreifen. Beide Unternehmen unterhalten auch Repräsentanzen in Iran.
Ein serienmäßig auf den Gasbetrieb ausgelegtes Fahrzeug wie der VW Caddy EcoFuel sorgt bei den Iranern für besonderes Interesse. In Teheran hat sich Zietlow unter anderem mit dem Chef der iranischen Taxiflotte zum Erfahrungsaustausch getroffen. Dieser war so überzeugt vom VW Caddy EcoFuel, dass er den Kauf von 8.000 Fahrzeugen für den Einsatz als Mietdroschken in Aussicht stellte.
Die Straßen im Nahen Osten sind gut ausgebaut, besonders Iran beeindruckte Zietlow mit modernen Straßen und hervorragender Infrastruktur. Touristischer Höhepunkt war der Besuch der antiken persischen Ruinenstadt Persepolis; mit einer Ausnahmegenehmigung durfte der VW Caddy bis vor das Tor des einstigen Mittelpunktes eines Weltreiches fahren.