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Erfahrungsbericht Caddy Life Ecofuel

Nachdem ich fast 20 Jahre mit Diesel-Fahrzeugen “gespart” habe, fahre ich nun seit dem Sommer 2008 einen Caddy Life Ecofuel. Dabei handelt es sich um einen Dienstwagen, mit dem ich aufgrund meiner Aufgabenstellung durchaus auch einmal eine Wiese, einen Waldweg oder ähnliche widrige Untergründe befahren muss.




Während ich mit der Technik, Ausstattung und Verbrauch (bzw. Reichweite) ganz zufrieden bin, muss ich leider sagen, dass die Offroad-Eigenschaften gerade mal so mit denen eines Porsche 911 mithalten können.

Will sagen: die tiefliegenden Bauteile der Erdgas- und Reservetank-Technik mindern die Bodenfreiheit so sehr, dass selbst stark ausgeprägte Spurrillen auf befestigten(!) Wegen schon zu Bodenkontakt geführt haben.

Forst- und Landwirtschaftswege, die ich mit früheren Fahrzeugen (Xantia, Golf, T4, Astra, usw.) problemlos unter die Räder genommen habe (und durchaus auch mal zügig), muss ich jetzt im Schleichgang und versetzt zu den Fahrspuren bewältigen. Das mindert den Fahrspaß (und die Arbeitszeitausnutzung) doch sehr.




Da der als Transporter konzipierte Caddy mit der hinteren Starrachse zudem auch noch über ein sehr “robustes” Fahrwerk verfügt, werden schlechtere Wegstrecken damit zu einer echten Tortur. Bei der Auswahl der Extras für das Fahrzeug interessierte ich mich damals wegen der eingeschränkten Bodenfreiheit auch für die werkseitige Fahrwerk-Höherlegung (+ 20 mm). Mit weit über 2.000,- € Aufpreis schien mir das Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch nicht sonderlich überzeugend – daher habe ich darauf verzichtet. Ein Fehler???

Das Fahrzeug ist ansonsten recht komfortabel (davon geht ein Großteil allerdings aufs Konto der Extraausstattungen), Kofferraumvolumen und Sitzabstände sind wirklich überzeugend. Sehr schön auch: Der Caddy hat, im Gegensatz zu vielen anderen Großraumlimousinen, vernünftige Fußräume im Fond – selbst als Ecofuel. Man muss nicht, wie z.B. im Sharan/Alhambra/Galaxy, die Knie bis unter die eigene Kinnlade ziehen.

Die Fahrgeräusche könnten leiser sein. Vor allen Dingen die Verbrennungsgräusche des Motors im Erdgasbetrieb dringen recht brummig in den Innenraum. Obwohl es sich um einen sogenannten “erdgasoptimierten” Motor handelt, sind die Motorengeräusche im Benzinbetrieb weniger aufdringlich!
Ausfälle hatte ich bisher keine und erst nach 16.000 km war der erste halbe Liter Öl fällig – da kann man nicht meckern.

Eine Anmerkung noch zum Verbrauch: Ich bin vor einiger Zeit nach Hamburg gefahren, den Tank randvoll mit L-Gas der EWE AG (€ 0,819/kg). Dort angekommen, war der Tank zu 3/4 leer. In Hamburg habe ich dann an einer Shell-Tankstelle mit H-Gas (€ 1,079/kg) wieder vollgetankt und bin die gleiche Strecke nach Hause gefahren. Anschließend war der Tank nur 2/5 leer! Die Hinfahrt mit billigem L-Gas hat mich also gut 15,- € und die Rückfahrt mit teurem H-Gas gut 11,- € gekostet (reine Gaskosten). Hier zeigt sich wieder einmal beispielhaft die Preispolitik der Gasanbieter.

Diejenigen, die das “schlechtere” Gas verkaufen, sagen: “Dafür ist es ja auch billiger!”. Stimmt, aber die Reichweite, bzw. der Energiegehalt, ist soviel niedriger, dass der Preis im Vergleich zum H-Gas dennoch überhöht ist.

Hier besteht meines Erachtens dringend Nachbesserungsbedarf!

Allzeit gute Fahrt wünsche ich!

Das gas24 Team bedankt sich beim Autor für diesen Beitrag!

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