8 Millionen Euro für Förderprojekt „LNG Blue Corridors“
Der Lastkraftwagenverkehr belastet weltweit die Atmosphäre mit krebserregenden Rußpartikeln. Der Aufbau eines umweltschonenden Fernverkehrs ist deshalb ein wichtiger Schritt. Die Lösung heißt: Flüssiges Erdgas (Liquefied Natural Gas = LNG) als Kraftstoff für LKWs.
In Brüssel fiel bereits der Startschuss für das zukunftsweisende Projekt. Die Fördergelder für Deutschland wurden dort offiziell an den Projektpartner erdgas mobil vergeben. Die Initiative führender Energieunternehmen wurde damit beauftragt eine LNG-Tankstelle im Bundesgebiet zu errichten. Sie arbeitet direkt mit Herstellern von Nutzfahrzeugen, wie Iveco, Renault Trucks und Volvo Trucks zusammen. LNG bietet die Möglichkeit eine saubere, leisere und kostengünstigere Alternative zum Diesel-LKW zu etablieren.
Technisch gesehen ist flüssiges Erdgas vom normalen Erdgas, das bereits an über 913 Erdgastankstellen erhältlich ist, dadurch zu unterscheiden, dass es auf -163 °C abgekühlt wird, um in den flüssigen Aggregatzustand umgewandelt zu werden. Es ist so kosteneffizient und umweltschonend wie sein gasförmiges Pendant. Durch die damit erhöhte Dichte sind mit dem verflüssigten Erdgas jedoch Reichweiten von über 1.000 Kilometer möglich. Ein wichtiger Punkt, um Logistikunternehmen, Spediteure und Flottenbetreiber von der Wirtschaftlichkeit gegenüber Dieselfahrzeugen zu überzeugen. Fahrzeuge mit flüssigem Erdgas als Kraftstoff erfüllen schon heute ohne aufwendige Abgasnachbehandlung die Umweltauflagen der Euro VI-Norm, die 2014 in Kraft treten wird.

erdgas mobil demonstrierte bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge 2012 die erste Live-Betankung eines LNG-LKWs (siehe Foto) in Deutschland und sorgte damit für breites Interesse bei Fahrzeugherstellern und Transportunternehmen. Man arbeitet nun daran, geeignete Standorte für den Bau von LNG-Tankstellen zu ermitteln. Außerdem wird man aktiv auf die Speditionsbranche zuzugehen, um Partner zu finden, die LNG-Fahrzeuge in ihre Firmenflotte aufnehmen. Die Anschaffung der Lkw wird von der EU gefördert und bietet so einen zusätzlichen Anreiz für Transportunternehmen die Zukunft des Kraftstoffs mitzugestalten. Europaweit betrachtet sollen in den nächsten Jahren im Rahmen des Förderprojekts „LNG Blue Corridors“ mehrere LNG-Tankstellen entlang der Hauptverkehrsrouten entstehen. Gemeinsam wollen die Projektverantwortlichen flüssiges Erdgas voranbringen und die Praxistauglichkeit des innovativen Antriebs unter Beweis stellen. Ein Vorhaben, das der Strategie der Europäischen Kommission in Bezug auf alternative Antriebe entspricht. Diese hatte Anfang des Jahres empfohlen, in Europa bis Ende 2020 eine flächendeckende Infrastruktur für den umweltschonenden Kraftstoff aufzubauen. Der maximale Abstand zwischen den LNG-Stationen soll höchstens 400 Kilometer betragen.
Quelle Text und Foto: “obs/erdgas mobil GmbH”