Erste Schweizer Biogastankstelle auf dem Bauernhof
Das Leuchtturmprojekt der Familie Müller in Thayngen SH macht es möglich: Sie bieten Biotreibstoff, produziert aus Mist, Gülle und organischen Reststoffen, direkt vom Hof an. Biogas gilt als erneuerbar und CO2-neutral und damit sind CNG-Fahrzeuge, die an der ersten öffentlichen Biogastankstelle auf einem Bauernhof tanken, klimaschonend unterwegs.
Die Familie von Christian und Andrea Müller betreiben auf dem Hof „Unterbuck“ einen Landwirtschaftsbetrieb in der dritten Generation. Neben Rindfleischproduktion und Kartoffelbau ist die Energiewirtschaft ein neues Standbein. Im Rahmen der Betriebserweiterung wurde im Jahr 2012 die Müller Energie GmbH gegründet, welche zum Ziel hat einen Beitrag zur regionalen und nachhaltigen Energieversorgung zu liefern. Zentral war von Beginn weg die Erstellung und der Betrieb eines Wärmeverbundes, welcher mit regional produzierten Waldhackschnitzeln betrieben wird und der Bau einer Landwirtschaftlichen Biogasanlage.
Am 29. Oktober 2021 ging die erste Landwirtschaftliche “Inseltankstelle” der Schweiz in Betrieb. Die Biogas-Aufbereitung zu Treibstoffqualität ergänzend zur Stromproduktion soll helfen die Gesamteffizienz zu steigern, um den Betrieb flexibler auf tatsächlichen Bedarf Wärme / Strom / Treibstoff abzustimmen und die Energieautonomie zu erhöhen.
Biogas aus Rest- und Abfallstoffen ist erneuerbar und CO2-neutral. Das bedeutet, dass die gleiche Menge an CO2 entstehen würde, wenn die Biomasse ungenutzt verrotten würde. Ganz anders bei den fossilen Treibstoffen: hier entstehen zusätzliche, aus Jahrmillionen gebundene CO2-Mengen, die schlagartig in die Atmosphäre abgegeben werden – zuviel in zu kurzer Zeit.
Die vorgesehene Biogas-Aufbereitungs-Anlage mit Tankstelle ersetzt jährlich gut 200.000 Liter fossilen Diesel und macht so die Kehrichtsammlung von Thayngen und die Produktion von Kartoffeln CO2-neutral.
Quelle: Müller Energie GmbH