Verbreitete Vorurteile gegenüber CNG
Interessant ist es schon; allein der Begriff “Gas” löst bei vielen ein unbehagliches Gefühl aus. Ursache dafür ist meist die Angst vor einem Gasunfall im Haushalt, der aus unachtsamer Nutzung resultieren kann.
Das nachträglich odorierte Erdgas ist geruchsintensiv und leichter als Luft, so dass geringe Mengen ausgetretenen Gases leicht wahrgenommen werden können, noch bevor es zu einem Unfall kommt.
Zudem verhindern zusätzliche Sicherheits-mechanismen an den Erdgastanks des PKW, das unkontrolliert Gas austreten kann.
Ein kleines Gedankenspiel: Würde (warum auch immer) Benzin die Funktion des Erdgases übernehmen und zum Heizen, Kochen, Backen, etc. verwendet werden, hätten Sie da nicht auch ein unbehagliches Gefühl, wenn Sie Benzin auch für Ihren PKW nutzen könnten?
“Mit Erdgas darf ich nicht in Tiefgaragen fahren.”
Dürfen Sie in der Regel schon, die Garagenverordnung erlaubt die Nutzung von Tiefgaragen mit Erdgasfahrzeugen. Einzelne Tiefgaragenbesitzer können Ihnen aus persönlichen Gründen die Zufahrt verweigern; der Grund dafür ist meist Unkenntnis.
“Erdgas im Tank ist unsicher.”
Erdgas als Kraftstoff wird in den Tanks mit einem Druck von bis zu 200 bar gespeichert, der Berstdruck eines Erdgastanks liegt mit 600 bar 3x so hoch wie der maximal mögliche Betankungsdruck.
Die Erdgastanks im Fahrzeug werden mit speziellen Stahlkäfigen geschützt; die auch problemlos einem Unfall standhalten.
Bei einer starken Hitzeentwicklung wird durch ein Sicherheitsventil mit vier Sicherheitsfunktionen an jedem Druckbehälter die größtmögliche Sicherheit gewährleistet.
Eigenschaften des Sicherheitsventils
- Durch gezieltes Ablassen des Gases bei Hitzeentwicklung verhindert eine Schmelzsicherung gefährlichen Druckaufbau.
- Ein integriertes Rückschlagventil schaltet automatisch den Gasstromab, wenn es zu Druckverlust im Leitungsnetz kommt.
- Das elektrisch gesteuerte Magnetventil gibt den Gasfluss nur bei eingeschalteter Zündung oder bei laufendem Motor frei.
- Zusätzlich kann jede Gasflasche mit einem manuellen Ventil geschlossen werden.
“Erdgasfahrzeuge haben eine geringe Reichweite”
Die Reichweite ist vom Fahrzeugtyp abhängig; es gibt bivalente Fahrzeuge, die alleine im Erdgasbetrieb eine Reichweite von bis zu 570 km (VW Caddy Maxi) besitzen. Im Schnitt beträgt diese 300 bis 450 Kilometer, in den meisten Fällen ist aber zusammen mit dem Benzintank eine Gesamtreichweite von mindestens 600 bis 900 km (z. B. Fiat Multipla) möglich.
“Erdgas ist teuerer als Flüssiggas.”
Bei dem ersten Blick auf die Preistafel liegt diese Vermutung nahe. Tatsächlich werden aber zwei unterschiedliche Abgabepreise miteinander verglichen, bedenken Sie hierbei, dass der Energiegehalt von einem Kilogramm Erdgas dem von circa 2 Litern Flüssiggas entspricht.
“Mit einem Flüssiggastank kann Erdgas getankt werden.”
Stimmt nicht! Flüssiggas wird in den Tanks mit einem Druck von 8 bar gespeichert, Erdgas hingegen mit einem Druck von bis zu 200 bar. Dieser unterschiedliche Druck bei der Betankung erfordert eine spezielle Tankkonstruktion, die den Anforderungen mit größtmöglicher Sicherheit entspricht.
Um zu verhindern, dass aus Versehen der falsche Kraftstoff getankt wird, sind die Zapfpistolen von Erdgas und Flüssiggas unterschiedlich.
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